Primiennale in der Galerie am Turnerheim

Ermutigt vom Erfolg, mit dem die Galerie am Turnerheim mit dem Ausstellungszyklus „Kunst im Zwielicht“ seit beinahe zwei Jahren erfolgreich Maßstäbe setzt, schickt sie sich nun an, neue Gefilde zu erobern: Die Primiennale wird ins Leben gerufen – ein Festival der bildenden Künste, das eine breite Schau zeitgenössischer Gestaltungskraft aus der Region sein will. Kunstgeschichte Master Heike Hinke-Hanke, treuen Lesern des Karfiol auch bekannt als dessen Kunstbeauftragte, hat sich bereit erklärt, dieses Projekt zu unterstützen. Ein erster internationaler Erfolg ist ihr bereits geglückt: das polnische Kuratorenteam Ptasie und Rajskie Mleczko konnte für die Primiennale gewonnen werden. Über die Auswahl der Arbeiten, die bei der Primiennale ausgestellt werden, geben Sie bisher keine Auskunft: Alles noch streng geheim, deshalb gibt es zur Zeit weder Namen noch Bilder für uns.

Hinke-Hanke hat unterdessen auch die Gründung eines Fördervereins maßgeblich unterstützt, mit dem die Galerie am Turnerheim fit für die Zukunft gemacht werden soll. „Machen wir uns nichts vor – wir sind Agenten auf einem Markt. Wenn wir überregional ausstrahlen wollen, müssen wir uns dem Wettbewerb stellen. Wir haben großartige Künstler in der Region und diese Schätze wollen gehoben werden. Die erste Primiennale wird unter dem Motto stehen ‚Kunst, die an die Niers geht‘.“

Und die Galerie am Turnerheim wagt sich – wie gewohnt – auf dünnes Eis, denn auch das Rahmenprogramm zur Primiennalenpremiere hat es in sich: Eine szenische Lesung von Heinz Mopes, Schriftsteller. Er hat für sich das Genre des erotischen Romans erobert und unter dem provokanten Titel „Stolz und brünstig“ seinen Erstling vorgelegt. „Der Titel ist natürlich ironisch gebrochen – also nicht ganz ernst gemeint“ schmunzelt der rüstige Herr, der sich nach dem Ende seiner beruflichen Laufbahn dem Schreiben zuwandte. „Es ist eine große Herausforderung gewesen, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Anfangs dachte ich, das kriege ich nie hin, aber dann ging es ganz schnell. Und ich dachte, wie Kafka, das soll nicht veröffentlicht werden“ sagt Mopes, der sich dann aber doch ein Herz fasste und sein erstes Werk nun im Selbstverlag herausgegeben hat.

Zur schönsten Vorweihnachtszeit wird die Primiennale erstmals stattfinden – eine gute Gelegenheit, Kunst zu verschenken!