„licht gestalten“ bei der Primiennale

von Heike Hinke-Hanke

Grete Außem-Weiler (r.) mit „lichtgestalt aus schatten gewirkt“

Wir haben lange gewartet, nun ist es soweit: Am dritten Adventswochenende ist Primiennalen-Premiere in der Galerie am Turnerheim! Ptasie und Rajskie Mleczko, das internationale Kuratorenteam, haben eine Schau kuratiert, die ihresgleichen sucht!

Neben dem bereits angekündigten Heinz Mopes, der mit der Vorstellung seines erotischen Romans das Begleitprogramm bestreiten wird, präsentiert Grete Außem-Weiler unter dem Titel „licht gestalten“ Arbeiten , die das Spiel von Licht und Schatten thematisieren.
Im Hauptberuf Paratherapeutin, ist die Arbeit mit den Licht- und Schattenseiten des Lebens ohnehin ihr täglich Brot. Denn, so Außem-Weiler im Gespräch mit Hinke-Hanke: „Licht entsteht aus Schatten. Das Positive erwächst aus dem Negativen. Wenn ich aus dem Schatten heraus trete oder über meinen Schatten springe, werde ich stärker und erstrahle im Glanz meines Könnens und Selbstbewusstseins. Meine Teilnehmer in den Seminaren lernen, ihre Schatten zu mögen und in gleißendes Licht zu verwandeln.“ Die Aufgabe der Paratherapeutin, das in den Fokus zu stellen, was man allgemein als „Schatten“ bezeichnet und regelrecht ans Licht zu bringen, welche Kraft darin steckt, ist auch zentrale Eigenschaft ihrer künstlerischen Arbeiten, die sich einer eindeutigen Interpretation gleichwohl entziehen.

Es ist eine große Freude zu sehen, wie die regionale Kunstszene sich derzeit entwickelt. Vielversprechende Talente mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten sind neben Außem-Weiler bei der Primiennale unter dem Motto „Kunst, die an die Niers geht“ vertreten: so auch Thomas Schonderson-Vorher der sich der olfaktorischen Heraldik widmet und Anton Trommelfelz, der „Maler im Baumstamm“. Doch nicht alle Bewerber konnten in die kuratierte Ausstellung aufgenommen werden, die geheimen Auswahlkriterien richteten das Augenmerk offensichtlich auf das Spezielle. Seien Sie deshalb umso gespannter auf die ausgewählten Arbeiten und die Schwerpunkte, die die Mleczkos damit bei dieser Primiennale gesetzt haben. Und wer weiß – vielleicht findet sich ja das eine oder andere Talent, das sich bei der Primiennale zum ersten Mal ins Rampenlicht gewagt hat, in Zukunft auch in einer Einzelausstellung der Galerie am Turnerheim wieder. Es wäre jedenfalls wünschenswert!